Gottlieb Daimler und Wilhelm Maybach
In den Jahren 1884 und 1885 arbeiteten Gottlieb Daimler und Wilhelm Maybach in Cannstatt an verschiedenen Projekten.
Eines dieser Projekte war der Einzylinder-Ottomotor, der in einem fahrradähnlichen Holzrahmen montiert war.
Diese Konstruktion gilt als das weltweit erste Motorrad mit Verbrennungsmotor und bildete die Grundlage für die Weiterentwicklung zahlreicher Motorradmodelle weltweit.
Der Brand von 1903
Der originale Reitwagen wurde beim Brand von Cannstatt zerstört, der 1903 das Werk der Daimler-Motoren-Gesellschaft Seelberg-Cannstatt vernichtete.
Mehrere Repliken befinden sich jedoch in Sammlungen auf der ganzen Welt, unter anderem im Mercedes-Benz Museum in Stuttgart, im Deutschen Museum in München, in der Honda Collection Hall im Werk Twin Ring Motegi in Japan, in der AMA Motorcycle Hall of Fame in Ohio und hier im Dänischen Motorradmuseum in Stubbekøbing.


Technische Daten
Das Fahrzeug besaß einen 264 cm³ großen Einzylinder-Viertaktmotor nach Ottomotorbauweise, der auf Gummiblöcken gelagert war. Es verfügte über zwei hölzerne Eisenräder und zwei gefederte Stützräder, die für Stabilität sorgten.
Die Motorleistung von 0,5 PS (0,37 kW) bei 600 U/min ermöglichte eine Geschwindigkeit von etwa 11 km/h.
Erste Fahrt
Daimlers 17-jähriger Sohn Paul unternahm am 18. November 1885 die erste Fahrt. Die Strecke führte 5–12 Kilometer von Cannstatt nach Untertürkheim bei Stuttgart.
Auf dieser Fahrt geriet der Sitz in Brand, da sich die Zündung des Motors direkt darunter befand.
Mehrere Versionen
Im Winter 1885/86 wurde der Riemenantrieb auf ein Zweiganggetriebe mit primärem Riemenantrieb und sekundärem Antrieb über ein Hohlrad am Hinterrad umgerüstet.
1886 hatte der Reitwagen seinen Zweck erfüllt und wurde zugunsten der Weiterentwicklung vierrädriger Fahrzeuge aufgegeben.